Ehemaliges Schützenhaus wird zu weiterer Trainingsstätte ertüchtigt
OSC investiert 180.000 € in Zukunftsprojekt
Wenn der Obervellmarer Sport-Club (OSC Vellmar) zur jährlichen Mitgliederversammlung einlädt, ist traditionell mit einer großen Beteiligung zu rechnen. So war es auch diesmal: Mehr als 80 Stimmberechtigte waren in den großen Saal des vereinseigenen Clubhauses an der Heckershäuser Straße gekommen, um die Rechenschaftsberichte der neun Abteilungen sowie des Vereinsvorsitzenden und des Hauptkassierers entgegenzunehmen.
Die Abteilungsleiter hatten durchweg Positives zu berichten. Das galt sowohl für die sportlichen Leistungen als auch für die finanzielle Ausstattung der einzelnen Abteilungen.
Die Zeit von der vergangenen bis zur diesjährigen Mitgliederversammlung bezeichnete Vereinsvorsitzender Roland Tölle in seinem Bericht als eine von positiven, aber auch negativen Entwicklungen geprägte Phase. Bedauerlich sei insbesondere der außerplanmäßige Rücktritt des Hauptkassierers Peter Holderith gewesen. Damit sei dieser nach langjähriger und verdienstvoller Tätigkeit für den OSC Vellmar aus dem geschäftsführenden Vorstand ausgeschieden.
Erfreulich sei dagegen, dass mit Klaus-Peter Rahmlow ein Nachfolger für das Amt des Hauptkassierers gefunden werden konnte und der BGB-Vorstand damit wieder vollständig besetzt sei, betonte Tölle. Dankenswerterweise habe sich zudem mit Andrea Seidel eine neue Schriftführerin zur Verfügung gestellt.
Anschließend widmete sich der Vorsitzende einem wichtigen Zukunftsprojekt des Obervellmarer Sport-Clubs: der Sanierung und Modernisierung des ehemaligen Schützenhauses.
„Wir sind deutlich vorangekommen. Das Dach ist neu eingedeckt und damit sind die Wassereinbrüche gestoppt“, berichtete Tölle. Auch die Wasserschäden an der Decke, die sich in Teilbereichen bereits abgelöst hatte, seien beseitigt worden. Sieben neue Fenster wurden eingebaut und sorgen künftig für eine deutlich bessere Lichtsituation.
Weitere Arbeiten sind bereits abgeschlossen beziehungsweise auf den Weg gebracht. „Die Damentoilette wurde neu gefliest und mit neuen Sanitärartikeln ausgestattet. Jetzt wird an der Elektroinstallation gearbeitet und Fußboden- und Malerarbeiten wurden auf den Weg gebracht“, erläuterte der Vorsitzende.
Tölle zeigte sich zuversichtlich, dass die umfangreichen Sanierungsarbeiten bis zum Ende des Jahres abgeschlossen werden können. „Ich hoffe, dass unsere Sanierungsarbeiten zum Ende des Jahres abgeschlossen sind, denn es wäre ein gelungener Höhepunkt, wenn wir die Eröffnung in unserem Jubiläumsjahr 2027 feiern könnten“, sagte er unter dem Beifall der Anwesenden.
Kritisch äußerte sich der Vorsitzende zu Aussagen, wonach der OSC Vellmar innerhalb der Stadt Vellmar eine Sonderstellung einnehme. „Dies ist durch unsere vielfältigen Aktivitäten und Eigeninitiativen sicherlich der Fall – aber in keinem Fall bei der Förderung durch die öffentliche Hand, wie dies teilweise dargestellt oder vermutet wird“, stellte Tölle klar.
Dadurch werde ein völlig falscher Eindruck bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, aber auch bei anderen Vereinen erweckt. Der OSC Vellmar habe bei der Verwirklichung seiner Vorhaben stets nur die Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen und erhalten, die in den Sportförderrichtlinien der Stadt und des Landkreises festgeschrieben seien, betonte Tölle. Keinen Cent mehr habe der Verein erhalten. Es handle sich somit um die Förderung, die auch jeder andere Verein in der Stadt erhalten könne, wenn er Maßnahmen in Angriff nehme, die nach den geltenden Richtlinien förderungswürdig seien.
„Wer allerdings nichts macht, bekommt auch nichts“, stellte der Vorsitzende fest. Die Vorhaben des OSC seien und blieben mit erheblichen Risiken und sehr viel Arbeit verbunden. Finanziert würden sie durch Kredite, Spenden, Eigenleistungen und letztlich vor allem durch die Beiträge der Mitglieder.
„Ich selbst vertraue schon immer der privaten Initiative und glaube, dass sie die stärkste Kraft ist, um bei den jeweiligen Gelegenheiten den größten Effekt herauszuholen. Und gute Ergebnisse werden durch Ehrgeiz und Einsatzbereitschaft für eine Idee oder Sache erzielt und nicht durch endlose Diskussionen darüber, was man machen könnte und dann doch nicht tut.“
„Wir tun es und sind dabei immer so gefahren. Und das soll auch in Zukunft so bleiben“, versprach Tölle.
Noch einmal stellte der Vorsitzende die besondere Situation beim ehemaligen Schützenhaus klar: „Um es einmal klar darzustellen – bei der Überlassung des ehemaligen Schützenhauses handelt es sich nach wie vor um ein städtisches Gebäude.“
Bei der dringend erforderlichen Dachsanierung sei der OSC Vellmar daher für die Stadt, die hierfür eigentlich zuständig gewesen wäre, in Vorleistung getreten. Der Verein habe dafür ein Darlehen aufgenommen, weil die entsprechenden Mittel seitens der Stadt kurzfristig nicht zur Verfügung gestellt werden konnten.
Dieser Betrag werde über einen Zeitraum von zehn Jahren in Teilbeträgen an den OSC Vellmar zurückgeführt. Insgesamt werde der größte Vellmarer Sportverein rund 180.000 Euro in das ehemalige Schützenhaus investieren – ohne dabei die Vereinsmitglieder mit höheren Beiträgen zu belasten.
Die anschließende Nachwahl für die vakanten Vorstandsposten war angesichts der zuvor ausführlich behandelten Themen nur noch eine Randnotiz. Erwartungsgemäß wurden Klaus-Peter Rahmlow zum Hauptkassierer und Andrea Seidel zur neuen Schriftführerin gewählt.
Text und Foto: Werner Brandau
Veröffentlicht: 20.09.2026

