"Deppe bleibt unser Trainer"
Ein Punkt aus neun Spielen: Niemand widerspricht, wenn der Start des OSC Vellmar in der Fußball-Hessenliga als misslungen dargestellt wird. Wir haben mit Rudi Hochheimer, dem sportlichen Leiter des OSC, über die Vellmarer Misere gesprochen.
Herr Hochheimer, in der vergangenen Saison hat der OSC Vellmar in der Fußball-Hessenliga prima mitgehalten, jetzt ist er schon nach neun Spielen abgeschlagen. Woran liegt's?
Hochheimer: Die langfristigen Ausfälle von Benny Menne und Jan Weißenfeldt können wir zurzeit nicht kompensieren und deshalb tun sie uns auch sehr weh. Ihre Erfahrung würde der Mannschaft helfen. Zudem standen uns Pavo Susilovic, Seckin Bek und Amando Aust aufgrund von Verletzungen und Krankheiten in einigen Spielen nicht zur Verfügung.
Mit Torwart Andre Schreiber, Mittelfeldspieler Alibrahim Semoski und Stürmer Christian Wolf haben drei Stammspieler den OSC verlassen. Warum haben Sie versäumt, dieses Trio gleichwertig zu ersetzen.
Hochheimer: Dass Andre Schreiber nicht gleichwertig zu ersetzen ist, war uns klar, aber mit Tobias Orth haben wir einen guten Ersatz gefunden. Auf der Position von Semoski wollten wir uns mit dem Lohfeldener Christopher Minne verstärken. Doch der hat es vorgezogen, zum VfB Süsterfeld zu gehen. Den Abgang von Christian Wolf glaubten wir durch die Verpflichtung von Sebastian Ullrich und Niko Eckhardt kompensieren zu können. Einige Spieler, die für uns interessant erschienen, haben Forderungen gestellt, die unser Etat nicht hergegeben hat, sodass es deshalb nicht zu einer Einigung kam.
Jetzt setzen Sie auf Talente wie Amando Aust, Marvin Kuhn, Niko Eckhardt und Sebastian Ullrich. Die kommen aus Jugendmannschaften oder unteren Klassen, sie mussten also auf Anhieb einen großen Sprung machen, um in der Hessenliga zu bestehen.
Hochheimer: Ohne die Verletzungsprobleme hätten nicht alle Talente gleich soviel Verantwortung tragen müssen. Sie hätten sich als Ergänzungsspieler besser entwickeln können. Aber sie werden sich durchsetzen und ihre Hessenligatauglichkeit unter Beweis stellen.
Viele Vereine hätten bei einer solchen Bilanz längst den Trainer entlassen. Denken Sie darüber nach, wer Mario Deppe ersetzen könnte?
Hochheimer: Nein. Thomas Kneuer, unser Manager, und ich beobachten oft das Training und sind bei den Spielen dabei. Und wir stellen immer wieder fest, dass Deppe prima mit der Mannschaft arbeitet. Er bleibt unser Trainer, denn wir sind sicher, dass er gerade die jungen Spieler noch besser machen wird.
Der OSC Vellmar hat schon mehrere Abstiege gut verkraftet. Ist das der Grund, warum Sie so gelassen wirken?
Hochheimer: Zunächst einmal möchte ich sagen, dass wir natürlich alles daransetzen werden, den Abstieg zu vermeiden, denn wir wollen den Spielern, die in den kommenden Jahren aus unserem Nachwuchsbereich hervorgehen, die Möglichkeit bieten für uns in der Hessenliga zu spielen. Gelassen macht uns, dass wir davon überzeugt sind, eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu haben, die bis zur Winterpause aus der Abstiegszone herauskommen wird.
Quelle HNA v. 7.9.2009 Gerd Brehm

