Jörg "Odi" Odensass zum Zuschauen verurteilt
Nur vier Tage nach seiner schlimmen Verletzung im Spiel gegen Waldgirmes zog es Vellmars Jörg Odensaß schon wieder auf den Sportplatz. Beim Spiel seiner Mannschaft gegen Aschaffenburg nahm der 31-Jährige an der Seitenlinie Platz, das linke Bein dick eingepackt und auf einen Stuhl gelegt. Und würde es mit Krücken nicht so schwerfallen, so hätte er wohl auch ein Freudentänzchen mitgetanzt nach dem so wichtigen und hart erkämpften 4:3-Erfolg.Vellmars sportlicher Leiter Rudi Hochheimer nannte den Sieg bei der Pressekonferenz "einen Erfolg für Odi". Und Odensaß selbst scherzte zurück: "Ohne mich gewinnen die Jungs wenigstens mal."
Das Wadenbein des Versicherungskaufmanns ist gebrochen, auch das Syndesmoseband hat etwas abbekommen. "Meine erste große Verletzung", sagt Odensaß, der in seiner Karriere von größeren Blessuren verschont geblieben ist. Und die dauert nunmehr schon gute 25 Jahre. Die meiste Zeit davon verbrachte er in Vellmar, spielte in der Jugend und während der Saison 2004/2005 aber auch für den KSV Hessen Kassel.
Am Montag wurde Odensaß operiert. "Sechs Wochen geht nun gar nix", sagt der Hessenliga-Torschützenkönig der Vorsaison (27 Tore), der nun auf eine lange Geduldsprobe gestellt wird. "Wenn alles optimal läuft, dann kann ich die Vorbereitung im Winter mitmachen", sagt Odensaß, weiß aber auch: "In meinem Alter muss ich erst einmal abwarten, wie die Heilung so verläuft."
Bange ist ihm davor aber nicht. "Ich habe immer ein gutes Sportlerleben geführt", sagt Odensaß. Und das heißt: viel trainiert, sich gut ernährt und wenig Alkohol getrunken. Am meisten Angst hat der Stürmer noch vor der Tatenlosigkeit, zu der er nun einige Wochen verdammt sein wird. "Zusehen ist echt kein Spaß", sagt Odensaß und macht dabei nach dem Spiel gegen Aschaffenburg einen so geschafften Eindruck, als hätte er selbst auf dem Platz gestanden.
Die Vellmarer müssten den Ausfall ihres Torjägers als Mannschaft auffangen, sagt Trainer Mario Deppe. Das sieht auch Odensaß so: "Es wird jetzt nicht leichter für die Mannschaft." Doch Odi glaubt an sie und sagt: "Wir schaffen das."
Quelle HNA v. 27.10.2009

