Latifi und Glogic vom Platz
Der OSC Vellmar verliert in Eschborn 1:3 - Wagener und Wollenhaupt verletztEschborn. Der OSC Vellmar unterlag am letzten Spieltag der Hinrunde in der Fußball-Hessenliga beim souveränen Tabellenführer 1. FC Eschborn unglücklich mit 1:3 (0:1).
Trainer Mario Deppe und sein Team waren auf Schiedsrichter André Klein aus Offenbach gar nicht gut zu sprechen. „Er hat entscheidend eingegriffen", meinte Deppe.
Das Fass zum Überlaufen brachte vor allem die Szene in der 85. Minute. Mentor Latifi lieferte sich mit Can Özer einen Zweikampf im Strafraum. Klein erkannte ein Foul, entschied auf Elfmeter und zeigte Latifi auch noch die Rote Karte. Eschborns Kapitän Rouven Leopold ließ sich diese Chance nicht entgehen und verwandelte den Elfmeter sicher zum entscheidenden 2:1. Dass Can Özer in der Nachspielzeit noch das 3:1 für die Gastgeber erzielte, fiel dann gar nicht mehr ins Gewicht.
Der OSC Vellmar stand gut gestaffelt in der Defensive, ließ kaum etwas zu, und die Gastgeber fanden nicht das richtige Mittel im Angriff. Vier Minuten vor der Pause hatte der Eschborner Kapitän Rouven Leopold aber einen Geistesblitz und spielte Can Özer geschickt an. Der Torjäger fackelte nicht lange und wuchtete den Ball zum 1:0 ins Netz.
Bitter für die Gäste: Abwehrspieler Sebastian Wagener zog sich nach 37 Minuten einen Muskelfaserriss zu und wird einige Wochen ausfallen. Das gilt auch für Christian Wollenhaupt, der sich nach einer ersten Diagnose einen Innen- und einen Kreuzbandriss zugezogen hat.
Im zweiten Abschnitt erwischte Vellmar dann den besseren Start. Die Belohnung war das 1:1 durch Kapitän Enes Glogic. Nach einer Kopfballverlängerung von Wollenhaupt war Glogic zur Stelle und schob zum Ausgleich ein (54.). Eschborn war nach diesem Gegentreffer kurzzeitig geschockt. Und plötzlich hatten die Gäste sogar die große Chance zur Führung. Nasuf Zukorlic scheiterte aber aus kurzer Distanz an Torwart Tobias Stehling (58.).
Erst in den letzten 20 Minuten hatte sich Eschborn wieder gefangen und übernahm die Initiative. Ein Freistoß von Hertlein landete an der Latte (73.), und dann nahm das Unheil seinen Lauf. Der verwarnte Glogic konnte seinen Mund gegenüber Schiedsrichter Klein nicht halten und sah wegen Meckerns Gelb-Rot (77.). Schließlich kam es - siehe oben - zum Elfmeterpfiff und zur roten Karte gegen Latifi.
„Ich bewundere ihn, dass er so ruhig sein kann", zollte Eschborns Trainer Sandro Schwarz seinem Kollegen Mario Deppe Respekt, nachdem Deppe die zweifelhaften Entscheidungen in der hektischen Schlussphase hinnehmen musste.
Trotz des Ärgers über den Schiedsrichter, der wohl den angepeilten Punktgewinn beim souveränen Herbstmeister kostete, zog Mario Deppe aber ein zufriedenes Fazit der Hinrunde: „Platz fünf ist ein super Ergebnis."
Von Christian Neubauer

