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Mit Leidenschaft zum 3:0

Fußball-Hessenliga: OSC Vellmar schlägt Offenbachs Reserve - Zwei Platzverweise
OSC Vellmar - Kickers Offenbach II 3:0 (0:0) Archivfoto: Andreas Fischer

Vellmar. Der OSC Vellmar hat sich in der Fußball-Hessenliga zurückgemeldet. Nach dem verpatzten Auftakt lautete an diesem Samstag die Frage: Hat die Mannschaft von Mario Deppe die 0:4-Klatsche in Fernwald ordentlich verdaut? Antwort: Sie hat. Mit viel Leidenschaft haben sich die Nordhessen ein 3:0 (0:0) gegen Kickers Offenbach II erkämpft. Nikolaj Eckardt per Foulelfmeter (73. Minute) und Dominik Lohne mit einem Doppelpack (85./87.) sorgten spät für die Entscheidung. Zu dem Zeitpunkt hatten die Gäste zwei Spieler weniger auf dem Feld.
Die Mannschaft habe die richtige Reaktion gezeigt, sagte OSC-Trainer Deppe. „Ich wollte Kampf sehen und viele Emotionen." Und genau das haben seine Spieler beherzigt. Mal abgesehen von den ersten zehn Minuten, in denen der OSC etwas unsicher zu Werke ging, ließen die Gastgeber in einem körperbetonten Spiel kaum Chancen zu. „Es war ein echter Arbeitssieg. Wir haben den Gegner von unserem Tor ferngehalten und eiskalt unsere Chancen genutzt", sagte Christian Wollenhaupt, der die Kapitänsbinde für den verletzten Enes Glogic trug.
Der Spielmacher hatte erst kurz vor der Partie dem Trainer signalisiert, dass ein Einsatz wegen muskulärer Probleme nicht infrage kommt. Vielleicht lag es an Glogics Abwesenheit, an den schlechten Platzverhältnissen oder an der aggressiven Spielweise der Südhessen - beim OSC lief in der Vorwärtsbewegung zunächst nicht viel zusammen. 180 Zuschauer am Sportplatz am Schwimmbad sahen ein chancenarmes Spiel, das geprägt war von Fehlern und Nickeligkeiten. „Wir haben den Kampf angenommen und uns den Sieg verdient", sagte Torschütze Eckardt zufrieden.
Kurz nach dessen Einwechslung wurde Vellmars Sebastian Busch im Offenbacher Strafraum von hinten in die Beine getreten, den fälligen Elfmeter verwandelte Eckardt trocken zur 1:0 Führung (73.). Zugleich zeigte Schiedsrichter Timo Wlodarczak aus Bebra dem Übeltäter Samet Alan für dessen Foul die Rote Karte. Was nun folgte, war eine berauschende Schlussviertelstunde, die für 75 Minuten zähen Fußball entschädigte. Denn als Offenbachs Jannik Sommer nach einer Schwalbe mit Gelb-Rot ebenfalls des Feldes verwiesen wurde (76.), nutzte der OSC die sich bietenden Räume und erspielte sich Chance um Chance.
Nach einem Sprint über das halbe Spielfeld, in dem er dem Gegner nur die Hacken zeigte, blieb Lohne cool und schob den Ball an Kickers-Keeper Maurice Paul vorbei zum 2:0 ins Tor (85.). Nur zwei Minuten später legte Eckardt artistisch für Lohne auf - und der sagte dieses Mal per Kopf Danke. „Wir hatten heute die richtige Einstellung", sagte der strahlende Doppeltorschütze. Sein Trainer jedenfalls war zufrieden. Vor allem deshalb, weil nach der 0:4-Pleite mal wieder die Null stand.
Von Robin Lipke

 

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Datum des Ausdrucks: 20.10.2026