Halbe Freude trotz Hattrick
Fußball-Hessenliga: OSC Vellmar gelingt dank Dominik Lohne 4:4 gegen RW Frankfurt
Vellmar. Da lag er also. Dominik Lohne schaute in den Himmel über Vellmar und brauchte eine Weile, bis er aufstehen und die Glückwünsche entgegennehmen konnte. Gerade hatte der Stürmer in letzter Sekunde seinem OSC Vellmar in der Fußball-Hessenliga das 4:4 (1:1) gegen die SG Rotweiss Frankfurt beschert. Für ihn selbst war mit seinem letzten Treffer noch dazu einen lupenreiner Hattrick herausgesprungen, aber richtig freuen konnte sich der Torjäger am Samstagnachmittag nicht. „Vor allem, dass wir 2:4 in Rückstand geraten konnten, war völlig unnötig", sagte Lohne über eine Partie, „bei der nur die Zuschauer Gewinner waren", wie der Frankfurter Trainer Sasan Tabib völlig zu Recht nach dem Abpfiff feststellte. Von denen waren 250 ins Stadion am Schwimmbad gekommen, und vor allem in der zweiten Hälfte sahen sie überaus unterhaltsame 45 Minuten.
„Vier Tore darf man sich gegen solch einen Gegner nicht einfangen", bilanzierte allerdings Vellmars Trainer Mario Deppe, musste aber seiner Mannschaft zugutehalten, „dass sie am Ende mal wieder richtig Gas gegeben und einen Zwei-Tore-Rückstand in den letzten Minuten noch ausgeglichen hat".
Dabei hatte das Spiel bereits mit einer kleinen Überraschung begonnen, als die abstiegsbedrohten Frankfurter durch ein Tor von Zülfükar Cosguner (11.) in Führung gegangen waren. Nachdem Vellmars Christian Wollenhaupt allerdings in der 21. Minute aus spitzem Winkel ausgeglichen hatte, lag die OSC-Führung in der Luft. Vielleicht weil bis zum Pausenpfiff daraus nichts wurde, kamen die Frankfurter motiviert aus der Kabine - das 2:1 durch Hussain war die Folge (49.)
Vellmar glich zwar mit Lohne (57.) noch mal aus, konnte danach allerdings nicht mehr überzeugen. Die Frankfurter nutzten dagegen diese Schwächephase durch Tore von Cosguner (67.) und Akbulut (81.) zum 4:2.
Aber die Gastgeber kamen zurück. In einer dramatischen Schlussphase war es wieder einmal Lohne, auf den sich der OSC verlassen konnte. Das 3:4 (82.) erzielte er postwendend per Kopf nach einem Freistoß. Der Schlusspunkt erfolgte dann wenige Sekunden vor dem Abpfiff nach Zuspiel von Wollenhaupt aus der Nahdistanz (90+3). „Das war ein komisches Spiel - eigentlich wollten wir zu Null spielen", sagte Vellmars Mentor Latifi danach. Ebenso wie der dreifache Torschütze Dominik Lohne konnte auch er sich nicht so richtig freuen.
Von Martin Scholz

