2:5 - Vellmar hält schon Winterschlaf
OSC verliert im letzten Heimspiel vor der Pause gegen Flieden - Deppe: Katastrophal verteidigt
Vellmar. So sauer haben ihn die Vellmarer Anhänger selten erlebt. Mario Deppe war bedient. Soeben hatte seine Mannschaft 2:5 (1:1) in der Fußball-Hessenliga gegen den SV Buchonia Flieden verloren. Und die Art und Weise, wie diese Niederlage im letzten Heimspiel vor der Winterpause zustande kam, schmeckte dem OSC-Trainer überhaupt nicht. „Wie wir heute verteidigt haben, war eine Katastrophe", sagte der Coach, der sich für gewöhnlich schützend vor seine Spieler stellt.
Aber an diesem Samstag wirkte Deppe wie ein brodelnder Vulkan, der besser nicht gereizt werden sollte. Was die Offensive anbelangte, gab es für den Trainer nicht viel zu meckern - mal abgesehen von der Chancenverwertung. „Aber dafür kann ich mir auch nichts kaufen", fauchte er regelrecht. In der Defensive allerdings hinterließen seine Spieler den Eindruck, als würden sie bereits ganz gemütlich Winterschlaf halten. Jedem der fünf Gegentreffer ging eine Nachlässigkeit voraus.
Dabei fingen die Hausherren beherzt an und hätten durch Dominik Lohne (2. Minute), Nasuf Zukorlic (3.) und Christian Wollenhaupt (4.) in Führung gehen können. „Nach zehn Minuten muss es eigentlich 4:0 für uns stehen", sagte Verteidiger Dennis Joedecke.
Aber wie das so ist im Fußball: Die Gäste nutzten die erste Unachtsamkeit in Vellmars Deckung, als der bärenstarke Fabian Schaub seinen Kollegen Dimitrij Scheller bediente, und der eiskalt das 1:0 aus Fliedener Sicht erzielte (12.). Immerhin ließen die Vellmarer die Köpfe nicht hängen, drängten weiter und wurden zwei Minuten vor der Pause belohnt. Über rechts setzte sich Zukorlic durch, legte quer, und Wollenhaupt markierte überlegt den Ausgleich.
Nach Wiederanpfiff erlebten die gut 200 Zuschauer ein Déjà-vu. Der OSC griff an, Flieden verteidigte geschickt und schlug in der 56. Minute zu. Vellmars Joedecke bugsierte den Ball unglücklich ins eigene Tor. Nur sechs Minuten später bügelte der 23-Jährige seinen Schnitzer per Freistoß wieder aus. Nun war das Spiel offen. Aber erneut ließen die Gäste die OSC-Abwehr alt aussehen. Der kurz zuvor eingewechselte Sascha Gies sorgte für das 3:2 der Fliedener (73.). Sieben Minuten später war es wiederum Gies, der die Vellmarer Schlafmützigkeit bestrafte und das 4:2 der Gäste erzielte - die Entscheidung.
Am letzten Treffer war der Doppeltorschütze ebenfalls beteiligt, als er in der Nachspielzeit unbehelligt aufs OSC-Tor marschierte, und Keeper Tobias Orth sich nicht anders zu helfen wusste, als den Angreifer zu foulen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Andre Leibold. Und Orth sah von Schiedsrichterin Katrin Rafalski auch noch die Rote Karte. „Der Platzverweis war berechtigt und symptomatisch für Tobis Spiel", meinte Deppe. Wie gesagt: Der Mann hatte einen Hals.
Von Robin Lipke

