Müller und OSC völlig losgelöst
Vellmar tobt sich im Saisonfinale beim 8:1 gegen Urberach nach Herzenslust aus
Vellmar. Erst tobten sie sich auf dem Spielfeld aus und fegten Viktoria Urberach mit 8:1 (5:0) vom Platz, dann ließen die Fußballer des OSC ihrer Freude über das geglückte Saisonfinale bei der unmittelbar folgenden Feier freien Lauf.
In kompletter Spielkleidung zogen sie mit einer Polonaise durch das Klubhaus und skandierten lautstark „Hessenliga ist schön!".
Und weil der Klassenerhalt unter nicht ganz einfachen Bedingungen geschafft wurde, hatten sie sich das Glücksgefühl redlich verdient.
Dies sah Mario Deppe genauso. „Hut ab vor den Jungs. Mit einem stark verjüngten Kader haben sie nur zwei Punkte weniger geholt als in der Vorsaison", stellte der Trainer seiner Mannschaft ein gutes Zeugnis aus.
Über das Spiel selbst mochte Deppe nichts mehr sagen. Und sehr viel gab es darüber auch nicht mehr zu diskutieren. Bereits zuvor hatte der OSC sein Ziel erreicht und gehört der Hessenliga auch in der nächsten Saison an, während die Gäste bereits als Absteiger feststanden. Bei ihnen war, wie es ihr Spielertrainer Naser Selmanaj formulierte, „die Luft raus, nachdem wir uns lange gewehrt hatten".
So trafen die Vellmarer nur auf halbherzigen Widerstand. Ein Bein rissen auch sie sich nicht aus, ließen aber kaum locker und nutzten die Gelegenheit, ohne Druck aufzutrumpfen. Das taten sie bemerkenswert uneigennützig und suchten selbst in guter Situation den besser postierten Nebenmann. Meist war dies Thomas Müller. Der Angreifer erzielte, stets bestens bedient, allein fünf Treffer, darunter einen Hattrick, und steht nun mit 13 Toren zu Buche.
Dominik Lohne war einmal erfolgreich und kommt auf 21, während dem im Mittelfeld dominierenden Dennis Schanze mit einem satten Direktschuss das schönste Tor glückte und Mergim Hajzeraj den Schlusspunkt setzte (88.).
„Natürlich macht das noch Spaß, auch wenn es um nichts mehr geht. Ist doch besser so, als den anderen hinterherzulaufen", sagte Müller. OSC-Schlussmann Tobias Orth sah dies genauso, auch wenn ihm der Gegentreffer ein Dorn im Auge war: „Wieder nicht zu null. Ich wäre fehl am Platze, wenn ich mich darüber nicht aufregen würde."
Lange hielt sein Ärger angesichts der Abschlussfeier aber nicht vor. Und schließlich galt auch für Orth, was für seine Vorderleute längst klar war: Hessenliga ist schön.
Von Wolfgang Bauscher

