3:1 - OSC effektiv, FSC harmlos
Fußball-Hessenliga: Vellmar gewinnt das Nordhessenderby gegen Lohfelden - Glogic sieht Rot
Vellmar. Der folgende Satz ist keine Phrase, sondern die leicht verständliche Definition unserer liebsten Sportart: Beim Fußball geht es darum, Tore zu erzielen und Gegentreffer zu verhindern. Diese Lektion haben die Spieler des OSC Vellmar viel besser gelernt als die Akteure des FSC Lohfelden. Deshalb ist der OSC Tabellenzweiter, während der FSC mit Rang 15 einen Abstiegsplatz belegt. Und deshalb hat Vellmar das Nordhessenderby der Fußball-Hessenliga 3:1 (1:0) gewonnen.
Trotz der enormen Punktedifferenz (28 für Vellmar und 14 für Lohfelden) ist es ja nicht so, dass fußballerische Welten zwischen den beiden Mannschaften liegen. Dies wurde auch am Donnerstag in Vellmar deutlich, wo sowohl der OSC als auch der FSC eine solide Leistung ablieferten. Im Mittelfeld hatten die Gastgeber trotz der starken Auftritte von Marius Ehlert und Dennis Schanze nur leichte Vorteile, aber vor den beiden Toren war der Unterschied frappierend.
Der OSC hatte vier Torchancen und nutzte drei davon zu wunderschönen Treffern.
6. Minute: Dominik Lohne dribbelt sich auf der linken Seite fast bis zur Grundlinie durch, und Nasuf Zukorlic verwandelt Lohnes präzise Flanke per Volleyschuss. Es steht 1:0.
57. Minute: Diesmal ist Zukorlic der Vorbereiter, und der Vollstrecker heißt Lohne per Flachschuss aus zehn Metern. Vellmar führt 2:1.
79. Minute: Pascal Kemper steuert nach einem Steilpass allein auf Lohfeldens Torwart Andre Schreiber zu und verwandelt in der Manier eines Torjägers. Es ist der Treffer zum 3:1-Endstand.
Anders die Lohfeldener: Enes Glogic konnte in der 51. Minute nicht mehr anders, als den Ball nach einem Patzer von Vellmars Torwart Tobias Orth ins Tor zu schieben. Ansonsten war von der FSC-Offensive nicht mehr viel zu sehen.
Das kann einem Ex-Profi-Stürmer nicht gefallen haben, aber Carsten Lakies war auch mit seiner Defensive nicht zufrieden. „Die Mannschaft, die weniger Fehler gemacht hat, hat gewonnen", sagte Lohfeldens Trainer.
Und dann hat Lakies die Sätze hinzugefügt, die er in dieser Saison schon ungefähr zehnmal gesagt hat: „Wir haben gut kombiniert, aber Fehler in der Abwehr gemacht. Zudem waren wir vor dem gegnerischen Tor nicht gefährlich genug."
Kollege Mario Deppe hat es sich angewöhnt, seine Mannschaft eher nach Siegen als nach Niederlagen zu kritisieren. Vellmars Trainer bemängelte das Zweikampfverhalten seiner Spieler in der ersten Halbzeit und sagte auch: „Das war kein Leckerbissen."
Unrühmlicher Abschluss: Enes Glogic leistete sich in der 84. Minute ein Frustfoul, das Schiedsrichter Patrick Hartmann mit der Roten Karte ahndete.
Lohfelden resignierte und ließ Vellmar gewähren. So hatte der OSC in den Schlussminuten eine höhere Ballbesitz-Quote als Bayern München und der FC Barcelona.
Von Gerd Brehm

