Helene statt Herzbuben hören
Fußball-Hessenliga: Vellmar feiert einen 1:0-Sieg beim Tabellenführer Jügesheim
Jügesheim. Jügesheim war für den OSC Vellmar erneut eine Reise wert: Mit einem 1:0 (0:0)-Sieg entführte der OSC wie schon vor fast exakt einem Jahr drei Punkte. Die Vellmarer verkürzten den Rückstand auf den Klassenprimus der Hessenliga auf sechs Zähler und dürfen sich als großer Gewinner dieses Wochenendes fühlen: Alle anderen Spitzenklubs gingen leer aus. „Das ist alles eine Sache der Motivation", scherzte OSC-Trainer Mario Deppe. Als Belohnung für den Erfolg schauten sich die Kicker auf der Busrückfahrt eine DVD von Schlagerstar Helene Fischer an. Und bei einer Niederlage? „Hätten sie die Wildecker Herzbuben gucken müssen", sagte Deppe.
Dabei hatte es für Deppes Mannschaft gar nicht gut angefangen: Der angeschlagene Maik Siebert musste nach dem Warmlaufen passen, für ihn kam Julian Lindemann zu seinem ersten Hessenliga-Einsatz und zeigte über 90 Minuten eine gute Vorstellung als Rechtsverteidiger. Die Jügesheimer hatten die erste gute Chance, doch Khaibar Amani rutschte an einer scharfen Hereingabe von Patrick Hoffmann vorbei (9.). Insgesamt jedoch stellte Vellmar die bessere Mannschaft.
Bereits im ersten Durchgang spielten sich die Vellmarer einige gute Gelegenheiten durch Jonas Springer (16.), Sebastian Wagener (20.) und Pascal Kemper (33.) heraus, noch besser wurde es in der zweiten Hälfte. Doch die Jügesheimer kratzten einen Kopfball von Kemper noch von der Torlinie (57.). Vellmar spielte engagiert nach vorn,
Jügesheim kam in der zweiten Hälfte nur zu einer Möglichkeit. Nach einem Gewühl im Strafraum schoss Amani aus zwölf Metern an die Latten-Unterkante (68.). Sechs Minuten später fiel das Tor des Tages: Marius Ehlert flankte von links maßgerecht auf Thomas Müller, der den Ball unhaltbar ins lange Eck einköpfte (74.). „Beim Tor hat alles gepasst, es gehört zur Hälfte auch Marius", freute sich Müller über seinen entscheidenden Treffer. Ebenso wie Mario Deppe stellte er zufrieden fest: „Aufgrund der Leistung, vor allem in der zweiten Hälfte, war der Sieg verdient."
Von Patrick Leonhardt

