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Beim 2:1 gegen Darmstadt brauchte Vellmar den Fußballgott

Vellmar. „Der Fußballgott hat unser Tor vernagelt." Vellmars Trainer Mario Deppe hat mit einem Satz erklärt, warum der neue Tabellenzweite die Partie der Hessenliga gegen Rot-Weiß Darmstadt mit 2:1 (2:0) gewonnen hat. Denkbar ist aber auch, dass der Fußballgott die Gäste aus Südhessen mit so viel Unvermögen ausgestattet hat, dass sie auch die ganz klaren Chancen nicht nutzten.

Ein paar Beispiele: In der 16. Minute rollt der Ball dem vor dem Vellmarer Tor freistehenden Stürmer Ali Ibrahimaj vor die Füße, doch der Darmstädter tritt ein Loch in die Luft. Sekunden später unterläuft Do Vale Lopez die gleiche Peinlichkeit. In der 22. Minute tanzt Ibrahimaj die komplette Vellmarer Abwehr einschließlich Torwart Peschutter aus und steht vor dem leeren Tor. Jetzt kann er mit dem Ball am Fuß locker über die Torlinie spazieren, aber der sonstige Torjäger schießt hoch über den Vellmarer Kasten. In der 67. Minute versiebt Florian Muhl eine dieser hundertprozentigen Torchancen, ehe die Rot-Weißen drei Minuten vor dem Schlusspfiff die lustigste Slapstick-Einlage präsentieren, als sie aus Nahdistanz die Latte treffen, bevor sie den Ball aus wenigen Zentimetern Entfernung nicht an Peschutter vorbeibringen. Als Ibrahimaj dann doch noch trifft, ist es zu spät, denn es läuft die zweite Minute der Nachspielzeit, und der OSC Vellmar führt mit 2:0.

Der OSC Vellmar führte mit 2:0, weil es Dominik Lohne viel besser machte als die Südhessen. Vellmars Torjäger profitierte in der sechsten Minute von Eiflers zu kurzer Rückgabe, als er schneller als Torwart Begher am Ball war, und hatte in der 25. Minute einen ganz großen Auftritt. Sein Volleyschuss aus spitzem Winkel, der den OSC mit 2:0 in Führung brachte, war so spektakulär, dass sofort Erinnerungen wach wurden.

1988 standen sich im Münchner Olympiastadion Holland und die Sowjetunion im EM-Endspiel gegenüber, und dem Holländer Marco van Basten gelang ein Treffer, der fast so schön war wie der von Dominik Lohne an diesem Samstag. Als der Ball auf ihn zuflog, hat Lohne geahnt und gehofft, dass ihm gleich ein toller Treffer gelingen würde. „Ich hatte ein gutes Gefühl und war fast sicher, dass ich den Ball optimal treffen würde", sagte Vellmars Torjäger.

Ein bisschen Glück gehört dazu, aber vom Fußballgott war keine Hilfe zu erwarten. Der war auf der anderen Seite beschäftigt, wo er das Vellmarer Tor vernagelte.

Von Gerd Brehm

 

Quelle:

 

© OSC Vellmar e.V.
Datum des Ausdrucks: 21.10.2026